top of page

Bridges – Heterogenität in Erziehung und Unterricht
 

Untersucht wird im Rahmen des Projekts ‚Bridges – Heterogenität in Erziehung und Unterricht‘ der Einfluss interethnischer, interkultureller und interreligiöser Freundschaften und Beziehungen in der Schule, in außerschulischen Kontexten, dem Freundeskreis und der Nachbarschaft zwischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aller Schulformen und Klassenstufen auf die wertebezogene Sozialisation und die Gestaltung sozialen Lernens in Schule.

Im Rahmen des Projekts wird der Einfluss von sozialen Milieus, ethnischer Herkunft, religiöser Zugehörigkeit, monoethnischen und interethnischen bzw. monoreligiösen und interreligiösen Freundschaftsbeziehungen auf die Wertorientierungen untersucht. Bei den Wertorientierungen werden schwerpunktmäßig diejenigen Werte betrachtet, bei denen in bisherigen Studien Unterschiede zwischen unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen besonders deutlich waren, etwa Familien- und Sexualwerte, Bildungswerte und religiöse Wertvorstellungen.

Im Rahmen des Projekts wurde postuliert, dass sich die Werte nicht nur zwischen jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden, sondern auch in Abhängigkeit der sozioökonomischen und -kulturellen Lebenslagen, der ethnischen Gruppe, der religiösen Zugehörigkeit, der Stärke der Religiosität sowie der Freundschaftsbeziehungen (mono- bzw. interethnisch und mono- bzw. interreligiös) variieren.

Es zeigte sich, dass sich Unterschiede der wertbezogenen Orientierungen ergeben, je nachdem, ob junge Menschen interethnische bzw. -religiöse Freundschaften unterhalten oder primär nur mit Jugendlichen der eigenen soziokulturellen Gruppe Kontakte pflegen. Interethnische und -religiöse Kontakte und Freundschaften nehmen in der Schule infolge heterogener ethnischer Gruppen zu. Interethnische und -religiöse Freundschaften tragen laut den Ergebnissen zum Vorurteilsabbau bei, nicht nur gegenüber der jeweils anderen ethnischen und religiösen Gruppe, sondern auch insgesamt gegenüber unterschiedlichsten Gruppen in der diversen, heterogenen Gesellschaft. Insgesamt stieg durch diese Freundschaften die Diversitätsakzeptanz wesentlich.

Hierbei wurde auch ein besonderes Augenmerk auf die Rolle der Lehrkräfte unterschiedlicher ethnischer und kulturell-religiöser Herkunft gelegt. Diese können entscheidend zu einem größeren Verständnis, zu sozialem Lernen und zum Vorurteilsabbau beitragen.

Insgesamt wurden Jugendliche und Lehrkräfte unterschiedlicher ethnischer und religiöser Zugehörigkeit sowohl quantitativ mit Hilfe von Fragebögen als auch qualitativ mit Interviews befragt, um eine vergleichende interkulturelle Perspektive aufzuzeigen.

Auf Basis der Ergebnisse der Untersuchung konnten im Bereich der Gestaltung sozialen Lernens in Schule und Unterricht didaktische Handlungsansätze formuliert werden, um als Lehrkraft ethnische und religiöse Divergenzen aufzugreifen und interethnische und -religiöse Kooperation und gegenseitiges wertebezogenes Lernen zu unterstützen.

 

Dauer: 01.07.2016 - 30.06.2019

 

Förderung: BMBF-Förderung (‚Bundesministerium für Bildung und Forschung‘) im Rahmen der ‚BMBF-Qualitätsoffensive Lehrerbildung‘

 

Projektteam:

Universität Vechta, Erziehungswissenschaften

Prof. Dr. Margit Stein (Universität Vechta)

Prof. Dr. Dr. Veronika Zimmer (IU Internationale Hochschule, ehem. wissenschaftliche Mitarbeiterin Universität Vechta)

bottom of page